Notausgang
Niedersächsischer Aktionsplan

Umsetzung der Istanbul-Konvention in Niedersachsen

Der Niedersächsische Aktionsplan gegen Häusliche Gewalt und zur Umsetzung der Istanbul-Konvention ist die Grundlage für koordinierte Maßnahmen in der Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt im Land Niedersachsen. Er umfasst Maßnahmen aus den Bereichen Gefahrenabwehr und Krisenintervention, Strafverfolgung, Opferschutz, Prävention und Bildung sowie der Förderung lokaler Handlungskompetenzen und Vernetzungsstrukturen. 
Zur Umsetzung der Istanbul-Konvention wurde auf Landesebene eine Koordinierungsstelle nach Art. 10 der Istanbul-Konvention eingerichtet, die beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung angesiedelt ist. 

Erkenntnisse des BKA

Femizide in Deutschland

Die Bundesregierung hat Erkenntnisse des Bundeskriminalamts und der Bundesregierung zu Femiziden in Deutschland in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag vorgelegt. Danach wurden im Jahr 2024 bei "vollendeten Fällen mit mindestens einem weiblichen Opfer" fünf Morde im Zusammenhang mit Sexualdelikten und 114 "sonstige" Morde (alle Morde gemäß Paragraf 211 des Strafgesetzbuches außer im Zusammenhang mit Raub- und Sexualdelikten) registriert sowie 154 Mal Totschlag und 39 Körperverletzungen mit Todesfolge. Die Zahl der "versuchten Fälle mit mindestens einem weiblichen Opfer" belief sich den Angaben zufolge im Jahr 2024 auf zwei Morde im Zusammenhang mit Sexualdelikten und 174 "sonstigen" Morden sowie 272 Mal Totschlag und einen "minder schweren Totschlag". Weiterlesen

Stellungnahme des DIMR zum Referent:innenentwurf

Stärkung des Rechts auf psychosoziale Prozessbegleitung

Im November 2025 hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) einen Referent:innenentwurf zur "Stärkung der Rechte von Verletzten insbesondere schwerer Gewalt- und Sexualstraftaten auf psychosoziale Prozessbegleitung" veröffentlicht. Die Berichterstattungsstelle geschlechtsspezifische Gewalt, die Berichterstattungsstelle Menschenhandel und die Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) haben zu diesem Entwurf eine Stellungnahme abgegeben. Sie bewertet den Referent:innenentwurf aus verschiedenen menschenrechtlichen Perspektiven und unterbreitet Empfehlungen, die insbesondere die Umsetzung der Istanbul-Konvention und der UN-Kinderrechtskonvention in den Blick nehmen. Weiterlesen

Häusliche Gewalt im Wohnumfeld sichtbar machen

Landesweite Kampagne: Kein Raum für häusliche Gewalt

Häusliche Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und betrifft Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Status. In Niedersachsen ist die Zahl der polizeilich registrierten Fälle in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Im Jahr 2024 etwa wurden 32.545 Fälle erfasst – ein Anstieg um rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung weist auf eine gestiegene Sensibilisierung und Anzeigebereitschaft hin, macht aber zugleich den weiterhin hohen Handlungsbedarf deutlich – zumal das Dunkelfeld deutlich größer ist und viele Fälle unentdeckt bleiben. Hier setzt die Kampagne "Kein Raum für häusliche Gewalt" an, um insbesondere im Wohnumfeld für das Thema zu sensibilisieren und Betroffene niedrigschwellig zu unterstützen. Weiterlesen

Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen

Landeskoordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention

Um den Schutz von Frauen vor (häuslicher) Gewalt zu stärken, hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung eine neue Landeskoordinierungsstelle ins Leben gerufen. Damit kommt Niedersachen seiner Verpflichtung nach, die sich aus der sogenannten „Istanbul-Konvention“ ergibt. Über die Aufgaben und geplanten Aktivitäten informierte das Ministerium am Internationalen Tag zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen in Hannover. Weiterlesen

Wissenschaftliche Studie

Femizide in Deutschland

Partnerinnenfemizide im Zusammenhang mit Trennung oder Eifersucht sind mit Abstand die häufigste Form von Femiziden in Deutschland. Sexismus, die strukturelle Benachteiligung von Frauen, psychische Erkrankungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie eine angespannte sozio-ökonomische Lage können Einflussfaktoren für die Tötung von Frauen und Mädchen sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Femizide in Deutschland“, die vom Institut für Kriminologie der Universität Tübingen und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen vorgestellt wurde. Weiterlesen

Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen"

Informationskampagne: Strategien des Menschenhandels

Menschenhandel, Zwangsprostitution, Zwangsheirat und Arbeitsausbeutung sind schwere Formen von Gewalt. Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" macht mit einer Informationskampagne auf die Notlage der Betroffenen aufmerksam und hebt dabei das mehrsprachige Erstberatungsangebot des Hilfetelefons auch zum Thema Menschenhandel hervor. Weiterlesen