Gewalthilfegesetz: Informationen für Träger in Niedersachsen
Das "Gesetz zur Sicherung des Zugangs zu Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt" (Gewalthilfegesetz) bildet eine eigenständige fachgesetzliche Grundlage für ein verlässliches und bedarfsgerechtes Hilfesystem bei häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Frauen. Herzstück des Gesetzes ist ein Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt für Frauen und ihre Kinder. Dieser tritt am 1. Januar 2032 in Kraft. Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung informiert Trägereinrichtungen in Niedersachsen über die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes. Weiterlesen
Zertifizierung: Kinder und Jugendliche in Familien mit Partnerschaftsgewalt
Im Rahmen der zweiten Multiplikator:innenschulung "Kinder und Jugendliche in Familien mit Partnerschaftsgewalt für Lehrkräfte und Fachkräfte der Sozialen Arbeit in Niedersachsen" des Instituts für Schule, Jugendhilfe und Familie e.V. unter der Leitung von Prof. Dr. Angelika Henschel, wurden in Hannover 20 Multiplikator:innen zertifiziert. Ziel der Fortbildung ist es, die Teilnehmenden für die spezifischen Bedürfnisse und Bedarfe der Kinder und Jugendlichen im Kontext von Partnerschaftsgewalt zu sensibilisieren, um Kindeswohlgefährdung entgegenzuwirken und das Kindeswohl zu unterstützen. Anmeldungen zur nächsten kostenlosen Multiplikator:innenschulung sind noch bis zum 1. Juni 2026 möglich. Weiterlesen
Interessenbekundung: Förderung von Modellprojekten zur Prävention
Das Bundesfrauenministerium ruft mit einem Interessenbekundungsverfahren zu neuen Modellprojekten zur Prävention von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt auf. Träger können sich bis zum 15. Mai 2026 mit innovativen Konzepten bewerben. Die Förderschwerpunkte liegen auf Maßnahmen zur Gewaltprävention in der frühkindlichen, schulischen und außerschulischen Bildung, auf Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Täterarbeit, auf sozialraumbezogenen Ansätzen und auf digitaler Gewaltprävention. Weiterlesen
Deutscher Verein: Empfehlungen zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes
Ab Januar 2027 müssen die Bundesländer auf Grundlage des Gewalthilfegesetzes (GewHG) des Bundes ein Netz an ausreichenden, niedrigschwelligen, fachlichen sowie bedarfsgerechte Schutz- und Beratungsangebote für Mädchen, Frauen und ihre Kinder bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt sicherstellen. In seinen Empfehlungen gibt der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. Hinweise, was die Bundesländer beachten sollten, um dieses Ziel zu erreichen und umzusetzen. Er hält dabei ein abgestimmtes Vorgehen der Länder erforderlich, damit für jede gewaltbetroffene Frau unabhängig von ihrem Wohnort ein Zugang zu Schutz und Beratung gewährleistet ist. Weiterlesen
Abschlussbericht zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Niedersachsen
Die Landesregierung hat den Abschlussbericht des Interministeriellen Arbeitskreises zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Niedersachsen (IMAK IK) zur Kenntnis genommen. Schwerpunkt ist darin die im Spätherbst vergangenen Jahres eingerichtete Landeskoordinierungsstelle im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung. Zu den zentralen Aufgaben der Koordinierungsstelle gehören die Koordinierung, Beobachtung und Bewertung der politischen und sonstigen Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt im Sinne des umfassenden Gewaltbegriffs nach der Istanbul-Konvention (IK). Weiterlesen
Comic gegen Zwangsverheiratung
Die AWO Fachstelle Vera unterstützt in Sachsen-Anhalt Mädchen und Frauen, die von Frauenhandel, geschlechtsspezifischer Gewalt oder Zwangsverheiratung betroffen sind. Zu den Informationsmaterialien der AWO Fachstelle Vera gehört der Comic "Ich gehöre mir" für Mädchen, die befürchten, gegen ihren Willen verheiratet zu werden. Der kurze Comic macht Mut, über diese Situation mit einer Beraterin zu sprechen und Lösungen zu finden.
Download "Ich gehöre mir" von der Website AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.: www.awo-sachsenanhalt.de/frauenschutz/Publikationen (PDF)
LeSuBiA: Gleichstellungsminister Philippi zu den Ergebnissen der Dunkelfeldstudie
Am 10. Februar 2026 haben das Bundesfrauenministerium und das Bundesinnenministerium die Dunkelfeldstudie "Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)" vorgestellt. Die Studie wurde in Kooperation mit dem Bundeskriminalamt (BKA) durchgeführt. Zu den Ergebnissen der Studie äußert sich der Niedersächsische Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi. Das niedersächsische Gewaltschutzsystem bietet eine gute Basis um partnerschaftliche und sexualisierte Gewalt weiter zu bekämpfen. Die Studie zeige, wie wichtig Prävention und Aufklärungsarbeit sind. Weiterlesen
Femizide in Deutschland
Die Bundesregierung hat Erkenntnisse des Bundeskriminalamts und der Bundesregierung zu Femiziden in Deutschland in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage im Bundestag vorgelegt. Danach wurden im Jahr 2024 bei "vollendeten Fällen mit mindestens einem weiblichen Opfer" fünf Morde im Zusammenhang mit Sexualdelikten und 114 "sonstige" Morde (alle Morde gemäß Paragraf 211 des Strafgesetzbuches außer im Zusammenhang mit Raub- und Sexualdelikten) registriert sowie 154 Mal Totschlag und 39 Körperverletzungen mit Todesfolge. Die Zahl der "versuchten Fälle mit mindestens einem weiblichen Opfer" belief sich den Angaben zufolge im Jahr 2024 auf zwei Morde im Zusammenhang mit Sexualdelikten und 174 "sonstigen" Morden sowie 272 Mal Totschlag und einen "minder schweren Totschlag". Weiterlesen
Stärkung des Rechts auf psychosoziale Prozessbegleitung
Im November 2025 hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) einen Referent:innenentwurf zur "Stärkung der Rechte von Verletzten insbesondere schwerer Gewalt- und Sexualstraftaten auf psychosoziale Prozessbegleitung" veröffentlicht. Die Berichterstattungsstelle geschlechtsspezifische Gewalt, die Berichterstattungsstelle Menschenhandel und die Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) haben zu diesem Entwurf eine Stellungnahme abgegeben. Sie bewertet den Referent:innenentwurf aus verschiedenen menschenrechtlichen Perspektiven und unterbreitet Empfehlungen, die insbesondere die Umsetzung der Istanbul-Konvention und der UN-Kinderrechtskonvention in den Blick nehmen. Weiterlesen